Die Tolma V-ier HT III Hochleistungskäsereibe ist ein Schmuckstück für den etwas rotunderen Geldbeutel. Die Industriemaschine, die etwa 12 Quadratmeter Raum einnimmt, verarbeitet sage und schreibe 20 Kilogramm Käse in der Minute zu feinstem Schredder. Das funktioniert selbst mit hartnäckigen Hartkäsesorten wie dem Finsterbacher Erzklumpner völlig, Entschuldigung, reibungslos. Die Millimeter-Stärke der Käsestreifen und, einzigartig in dieser Testreihe, sogar ihre Länge lässt sich dabei präzise einstellen. Unser redaktioneller Favorit, obwohl das Gerät mit Anschaffungskosten um die 90 000 Euro wohl nur für besonders wohlhabende Liebhaber und Reibe-Profis in Frage kommt. Die müssen sich dann natürlich gleich noch die Tolma Li-rum La-rum V Chester-Teilmaschine mit eingebauter Stereoanlage dazu kaufen, für den vollen Reibe-Genuss.

 

 

In Kürze gibt es hier die ausgiebigste, unabhängigste und orgiastischste Rundum-Rezension von Käsereiben im gesamten nordeuropäischen Raum nachzulesen.


Nicht teuer kommt Sie diese französische Fromagière aus dem 18. Jahrhundert zu stehen, die eine exzeptionell ausgeklügelte Mechanik aufweist: Mit einem kleinen Fallbeil trennt sie die Käsestücke vor Reibebeginn in halbwegs gleichmäßige Stücke. Beim Reiben entfällt dadurch leider der für viele Liebhaber lebenswichtige direkte Käsekontakt: Die Käsestücke werden über einen Hebel effizient, aber auch wenig sinnlich gehäckselt. Das Gerät ist von historischem Interesse, weil es angeblich Joseph Ignaz Guillotine (1738-1814) zu einem verheerenden Nachbau in größerem Maßstab inspirierte. Für ein gut erhaltenes Exemplar müssen Sie mit Kosten um die 800 Euro rechnen.

Und denken Sie immer daran: Um Käse zu reiben muss man gar keinen Käse mögen!

 

 

Ebenfalls in einer hohen Preisliga angesiedelt und kürzlich bei Sotheby’s in der Versteigerung gesehen: die Käsereibe Josef Stalins. Wie weitläufig bekannt ist, war „der Stählerne“ ein Reibe-Fanatiker: Er verbrachte jede freie Minute damit, neue Techniken des Emmentaler-Zerrubbelns zu ergründen. Die heute weitverbreitete Blutkreisel-Methode geht in ihrer Grundform auf Stalin zurück. Dazu verwendete er ein sehr simpel konstruiertes, aber in seiner Effektivität umso erstaunlicheres Modell, das er angeblich Zarentochter Anastasia (Spitzname „Schmiergel-Anna“) kurz vor ihrer Hinrichtung entriss. Bei der Versteigerung in London brachte das kleine, aber feine Gerät gut 150 000 Pfund ein. Es befindet sich jetzt im Besitz des japanischen Sammlers Yoshitaka Go-Uda.

 
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